Kurzer Überblick
Im Herzen Oberhessens und dem Naturpark Hoher Vogelsberg am Südhang des Vogelsberges gelegen umgeben von einer malerischen Hügellandschaft, liegt die Großgemeinde Hirzenhain mit den Ortsteilen Hirzenhain, Glashütten und Merkenfritz. Die nahe Lage an Limes und Glauburg lässt darauf schließen, dass schon in der Bronzezeit eine Siedlung hier bestanden haben muss. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1272 zurück. Durch Aussterben der Eppsteiner (1535) gelangten die Besitzungen zunächst an Stolberg-Roßla und 1806 schließlich an das Großherzogtum Hessen.
Bedeutend für die Entwicklung des Dorfes waren das aus einer ehemaligen Wallfahrtskapelle entstandene Augustinerkloster und das Eisenwerk, das in einer Waldschmiede 1375 seinen Ursprung hatte. 1554 wurde das Kloster aufgelöst und in eine Latainschule umgewandelt, die nur bis zum Jahre 1595 bestand. Noch heute kündet die kulturhistorisch wertvolle spätgotische Hallenkirche von der einstigen Bedeutung dieses sakralen Bauwerks. Die Reste der Klostermauer und Teile des alten Klosterhofes geben einen bescheidenen Hinweis auf den ehemals reichen Besitz.
Aus der Waldschmiede entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte eine der bedeutendsten Produktionsstätten der Eisenindustrie im oberhessischen Raum. 1678 erbaute die Familie Buderus als Erbpächter die ersten Hochöfen. 1869 kaufte sie das Werk. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde mit Unterstützung der Buderus-Familie ein Aufstreben der Gemeinde vollzogen. In Hirzenhain liegt auch der Ursprung des heutigen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten Hirzenhain Kunstgusses.
Als herausragend industrielle Kulturdenkmäler gelten einige Gebäude des Hüttenwerkes, wie das kapellenartige Arbeiterwaschhaus mit Jugendstilklängen und auffallender Bauornamentik oder die aus zwei, jeweils dreischiffigen, pseudobalikalen Hallen bestehenden Werkshalle. Das Verwaltungs-gebäude besteht aus roh schariertem Haustein und ist mit umlaufendem Basaltklötzchenfries versehen.
Sehenswert auch der Friedhof mit dem Mitte des 18. Jahrhunderts angelegten Familiengrab der Besitzer der Gießhütte, das eine gusseiserne Umzäunung aufweist. Feine Jugendstilgrabmale reihen sich hier an Grabmale im Stil der Florentiner Frührenaissance. Aufgrund seiner städtebaulichen Wirkung im Ortsbild und seiner ortgeschichtlichen Bedeutung stellt auch das neobarocke Rathaus ein Kulturdenkmal dar.
Neben Kunstgussmuseum, Märchenland Merkenfritz, Natuererlebnisbad, Angelgewässer, Naturschutzgebieten, Einstieg in das Mountain-Bike-Netz Vogelsberg-Arena kommen insbesondere Naturfreunde und Familien in unserer Region voll auf Ihre Kosten. Oder planen sie einfach einmal eine GPS-unterstützte Wanderung (Geochaching ) - ein Spaß für die ganze Familie.